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Unsichtbare Sehenswürdigkeiten Vertellstohl Hypatias Töchter Seven Up To Heaven Wasserweiber anKA-ra
Unsichtbare Sehenswürdigkeiten

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Unsichtbare Sehenswürdigkeiten in der Wesermarsch

Verborgene Stätten
versunkene Welten ...

durch Naturgewalten und Zeit
dem Blick entrissen ...

für einen Augenblick ins Rampenlicht gesetzt
das Land der Vergangenheit erobern ...

verstummten Stimmen lauschen ...
verblassten Bildern Farbe geben ...

Auf dem weiten Land zwischen Himmel und Meer verbergen sich unsichtbare Schätze in der Wesermarsch, die heute nur noch in Büchern und Karten existieren:
Untergegangene Dörfer im Jadebusen,  vergessene Klöster,  verborgene Salztorfstätten, Handelswege, Jedutenhügel ... und mythologische Aspekte stehen im Blickpunkt dieses Kulturpfades der 
"Unsichtbare Sehenswürdigkeiten".

Kunstobjekte und Klanginstallationen bieten akustische Erlebnisräume im Ambiente dieser vergessenen Orte.

"Dies ist eine neuer Weg, eine historische Begebenheit zeitgemäß erlebbar zu machen"
(zit. Dr. Brandt, Oldenburgische Landschaft, 2007)

Weitere Informationen hier zum Download als PDF-Datei

Hier gibt es den Flyer zu den "Unsichtbaren Sehenswürdigkeiten" als PDF-Datei (8,2 MB)

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Seven Up To Heaven

Sieben Liebesbriefe und sieben Briefkästen mit Toncollage -

von Bärbel Deharde und Ute Extra

 

Sieben vom Winde verwehte Blätter liegen im Park ...
Jeder Zettel,  jedes Stück Papier eine Lebens- oder Alltagsgeschichte,  ein kleines Relikt, das zu seinem ehemaligen Besitzer eine imaginäre Verbindung herstellt.
Vergessene Einkaufszettel,  Parkscheine,  Notizen vergangener Ereignisse,  Wünsche, Alltagseindrücke, Romanversuche, Gedichte?

Stumme Zeugen einer Verbindung zwischen Schreibenden und Lesenden.
Wenn Zettel, wenn Papiere sprechen könnten, welche bereits "weggeworfene Geschichte" würden sie erzählen? Briefe, Überbleibsel, Spuren eines Dialogs. Der Liebesbrief, verbaler Ausdruck einer Leidenschaft, einer Liebe, die durch Trennung und Entfernung gekennzeichnet ist,
Der Briefkasten, Brücke zwischen Liebenden, temporärer Brennpunkt einer Leidenschaft. Durch Raum und Zeit wachsen Monologe zum Dialog, werden Kürzel zum Liebesbeweis. Im Garten sitzen, schreiben, lesen, mit sich und den Worten des anderen sein.

Sieben Liebesbriefe liegen verweht im Park. Silbern glänzt Aluminium verführend, spiegelt Worte in den siebten Himmel. Rot  Gelb   Blau   fließen Tintensprüche aus der Einsamkeit in den Horizont, ziehen scheinbare Linien zwischen Liebenden.
Inmitten von Himmel und Erde versinken längst verhallte Dialoge im Gras.
Farbe, Texte, Töne weben unsichtbare Bilder zwischen Menschen, bilden Brücken zur Unendlichkeit.

Informationen zur Installation:

Die sieben Liebesbriefe aus sandgestrahltem Flugzeug-Aluminium in den Formaten  3 x 350   160 x 0,2 cm,  3  x 239  x  160 x  0,2 cm,  210  x  290  x  0,1 cm,  sind wetterfest beschriftet.
Die Toncollagen in Briefkästen beinhalten gesprochene Texte aus historischen Liebesbriefen von Sigmund Freud, Rosa Luxemburg, Paula Modersohn-Becker, Wolfgang Amadeus Mozart, Arthur Schnitzler und Adele Sandrock, einen ritterlichen Brief und eine e-mail, die mitMusik zu spannenden Collagen verarbeitet sind.

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anKA-ra

anKA-ra -  eine Skulptur zwischen Watt und weiter Welt

Bis zum Jahr 2010 reist die von Norbert Beier-Xanke (Karlsruhe) geschaffene Holzskulptur anKA-ra von Künstler zu Künstler rund um die Welt  bis sie im Jahr 2010 wieder Karlsruhe erreicht.
Jeder Künstler verändert im Zeitrahmen von vier bis acht Wochen etwas an dieser androgynen Figur und organisiert Erlebnisse und Geschichten, die über Tagebuch dokumentiert und öffentlich präsentiert werden.
Im Anschluss regelt der jeweilige Künstler die Reise zum nächsten Künstler.

Ich habe die Skulptur von Philine Kempf, Karlsruhe, übernommen.In Butjadingen hat anKA-ra innerhalb von 8 Wochen den Jadebusen mit der Wega erkundet, den Seenotrettungskreuzer Hermann Rudolf Meyer besucht, eine Deichbausstelle und aufregende Schlickaktionen erlebt, einen Auftritt in der Jahnhalle gehabt und Land und Leute kennen gelernt.
Für seine weitere Reise hat die Firma Airbus Deutschland eine spezielle Transportkiste hergestellt, die ich bemalt habe. Von Nordenham Einswarden ging die Fahrt dann mit dem LKW nach Hamburg und von dort im eigenen Transportcontainer mit dem Transportflugzeug Beluga von Airbus nach Toulouse.

Nähere Informationen:  http://www.anka-ra.de/index-3.3.0.0-reise.html

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Vertellstöhl – Hörstühle  

Im Jahr 2008 sind die ersten Hörstühle nach einer Idee von Bärbel Deharde und Ute Extra entstanden. Diese Stühle sind Kunstwerke, auf denen der Besucher sitzt. Sie erzählen ihm Geschichten, Gedichte, spannende Informationen mit Musik und vielerlei mehr. 

Nach dem Motto:

Sitzen - Sehen – Verstehen  

Das Projekt ist im Rahmen von „Soziokultur“ mit Butjadinger Bürgern entstanden.

Gerhard Bruns hatte die Gesamtleitung des Projektes.

Die Projektidee „Eine Kulturrunde vom Wasser zum Wasser auf der Halbinsel Butjadingen“ ist aus der Geschichte und der besonderen geografischen Lage Butjadingens zwischen den aktuell in Ausbau befindlichen Großschifffahrtsstraßen Jade und Weser sowie den  Seehäfen Bremerhaven und Wilhelmshaven (Jade- Weser-Port) heraus entstanden.

Besonders deutlich wird dieses an zwei exponierten Orten, an denen die ersten beiden Butjenter Hörstühle stehen:

·        Im Hafengelände des Fischerhafens Fedderwardersiel und

·        am Ufer von Eckwarderhörne   

Diese Hörstühle informieren auf interessante Art mit musikalischen Collagen, Lyrik, Interviews u.ä. den „Zuhörer“ über den Ort, sein Umfeld und seine Besonderheiten.

Die Objekte sind gleichzeitig „Hörplastiken“. Durch entsprechende technische Vorrichtungen werden besondere Aspekte dieser Region für Einheimische wie Touristen hörbar. 

Die Hörstühle sind beliebte Ausflugsziele in Butjadingen und tragen dazu bei, Interesse für regionalspezifische Besonderheiten zu wecken.

Download  Flyer "Vertellstoehle" ( 236 KB, ein PDF-Reader muss installiert sein)

 

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Hypatias Töchter:

ist ein multimediales Projekt über Frauenpersönlichkeiten in Naturwissenschaft, Politik und Kultur aus der Vergangenheit bis zur Gegenwart.

Im Jahr 2000 wurde im Rahmen der Weltausstellung EXPO 2000 in  Niedersachsen die Grundidee und das Konzept zu diesem Projekt geboren.   

Zum EXPO-Thema „Mensch - Natur - Technik“ entstand das Gesamtkunstwerk „Hypatias Töchter“, in dem das Leben und Schicksal bemerkenswerter Frauen aus Naturwissenschaft, Technik, Politik und Kultur musikalisch – künstlerisch mit Bildern, Skulpturen und Musik  in den Blickpunkt gerückt wird.  

Als ältestes Beispiel  für weibliches Handeln in Wissenschaft und Politik kristallisierte sich die antike griechische Philosophin, Astronomin und Mathematikerin Hypatia (ca. 370 – 415) heraus und bildete damit den historischen Ausgangspunkt und Titel für das Projekt „Hypatias Töchter“. 

Informationen zu den thematisierten Frauen:

 

 Hypatia aus Alexandria (ca. 370 – 415 n. Chr.) Philosophin und Mathematikerin  

Hypatia war eine berühmte Mathematikerin und Philosophin, die in Alexandria, einem bedeutenden wissenschaftlichen Zentrum der antiken Welt, lebte und wirkte. Sie übernahm im Alter von 31 Jahren als anerkannte Neoplatonikerin das Direktorat des Museions, eine der berühmtesten Hochschulen dieser Zeit.

Hier hielt sie Vorlesungen in einem breiten Spektrum von Fachgebieten und verfasste mathematische Abhandlungen, u.a. zu den Kegelschnitten des Apollonius von Perge. Ihre Ergebnisse hierzu lieferten eine mathematische Grundlage für die Berechnung der Ellipsenbahnen der Planeten und stellten gleichzeitig eine der Grundlagen für den Durchbruch zum heliozentrischen Weltbild dar.

Hypatia befasste sich auch mit Mechanik und angewandter Technologie. Zwei Erfindungen, ein Hydrometer zur Messung des spezifischen Gewichtes von Flüssigkeiten und ein Astrolabium, zur Bestimmung des Sonnen‑ und Sternenstandes, werden ihr zugeschrieben.

Obwohl Frauen damals aufgrund ihres Geschlechtes als minderwertig betrachtet wurden, war Hypatia so berühmt und anerkannt, dass viele von weit her reisten, um ihre Vorlesungen zu hören. Sie stand in dem Ruf, mit ihrem philosophischen Scharfsinn die berühmtesten Männer ihrer Zeit zu übertreffen.

Zu Lebzeiten von Hypatia hielten viele Christen das hellenistische Wissenschaftsverständnis für unvereinbar mit dem christlichen Glauben. Zudem stellte Hypatia als Frau auch mit ihrem unabhängigen Lebenswandel eine ständige Provokation dar.

Um das Christentum auch in Alexandria durchzusetzen und ihre Macht auszuweiten, nutzten christliche Würdenträger, wie Bischof Kyrillus geschickt soziale Konflikte zwischen den verschiedenen Volksgruppen der Stadt aus.

Nach der Vertreibung der Juden sollte Alexandria nun auch von neoplatonischen KetzerInnen gereinigt werden. Auch Hypatia, als griechische Wissenschaftlerin, erklärte Nichtchristin und politisch einflussreiche Frau, fiel den Verfolgungen zum Opfer. Sie wurde von christlichen Fanatikern regelrecht in Stücke gerissen. Ihre philosophischen Schriften wurden vernichtet oder unterschlagen.

Bildmotive: Zahlenreihen, Zahlenfolgen, Dreiersysteme, die Stufenleiter der „Himmlischen Hierarchie“ u. a. mathematische Themen mit denen sich Hypatia vermutlich auseinandergesetzt hat.

 

 

 Maria Sibylla Merian (1647 – 1717) Malerin, Kupferstecherin und  Naturforscherin  

Maria Sibylla Merian wurde am 2.April 1647 als Tochter des berühmten Kupferstechers Matthäus Merian d. Ä. in Frankfurt am Main geboren. Da ihr Vater früh verstarb wuchs sie in der Künstlerwerkstatt ihres Stiefvaters, des Blumenmalers Jakob Marrell auf, der ihr Talent erkannte und sie in Mal- und Kupferstichtechniken unterrichten ließ. Mit zwölf Jahren begann ihre Leidenschaft für die Geheimnisse der Natur: sie beobachtete und malte Insekten, Raupen und andere Kleinlebewesen.

Dieses Sammeln, Aufziehen und künstlerische Dokumentieren wurde ihr Lebensinhalt, dessen Höhepunkt die Reise ins südamerikanische Surinam war. Dort betrat sie wissenschaftliches Neuland und erforschte unter enormen Strapazen in einem mörderischen Klima tropische Schmetterlinge und Pflanzen. Die Krönung ihres Lebenswerkes sind prächtige Bände mit eigenen Kupferstichen und Texten über die Ergebnisse ihrer Arbeit.

Bildmotive: Inhalte ihrer biologischen Arbeit, ihrer Skizzen zu Pflanzen und Insekten. 

 

 Ada Byron Countess of Lovelace (1815 – 1852) Mathematikerin, "Computerpionierin”  

Augusta Ada wurde am 10. Dezember 1815 als Tochter von Annabella Milbanke und dem romantischen Dichter Lord Byron in London geboren.

Ada wurde streng naturwissenschaftlich erzogen, eine extreme Reaktion ihrer hochintelligenten und mathematisch begabten  Mutter dem treulosen Vater und seinen poetischen Ambitionen gegenüber, denn dieser verließ die Familie bereits einen Monat nach Adas Geburt.

Adas Interesse galt bald der Mathematik und Mechanik. Schon früh entwarf sie u.a. Konstruktionspläne für Schiffe und Maschinen und korrespondierte mit den berühmten MathematikerInnen Mary Somerville und Charles Babbage.

Mit 20 Jahren heiratete Ada Byron Lord King, den späteren Earl of Lovelace und gebar drei Kinder. Ihre Ehe und die häusliche Situation waren sehr unbefriedigend. Vermehrt widmete sie sich der Mathematik und Musik. Zwischen dem Erfinder Charles Babbage und Ada entwickelte sich eine intensive Freundschaft. Sie übersetzte nicht nur ein Buch über die Konstruktion der „Analytical  Engine“ von Babbage sondern ergänzte diesen Text um detaillierte Erklärungen zur Funktionalität und zum Aufbau der Maschine, erstellte u. a. Beispiel-Programme zur Berechnung von Gleichungssystemen und Bernoullizahlen, und gab eine Einführung sowie weiterführende Gedanken zur Programmsteuerung. Des Weiteren erarbeitete sie die Organisationsprinzipien der jeweiligen Rechenoperationen, die heute „Schleife“,  „Subroutine“ und „bedingter Sprung“ heißen.

Aus finanziellen Gründen wurde diese Maschine allerdings nie gebaut.

Adas Gesundheitszustand wurde zunehmend schlechter. Die Behandlung mit dem neuen Medikament Morphin machte sie zusätzlich drogenabhängig. Im Alter von 36 Jahren starb sie an Krebs.

1975 benannte das Pentagon eine universell einsetzbare Computersprache ADA.

Bildmotive: 0 und 1 als Basis der Rechenoperationen, Transformationen, die Platine eines PC´s  als greifbares Teil eines sonst unsichtbaren Vorgangs. Motive auf der Seidengaze zeigen sie selbst, Babbage und ihre Leidenschaft für das Pferderennen sowie den mathematisch-analytischen Aspekt von Wetten.

 

    Clara Immerwahr   (1870 – 1915), Chemikerin und Pazifistin 

Als jüngste Tochter eines jüdischen Chemikers wurde Clara Immerwahr am 21. Juni 1870 in Breslau geboren. Sie promovierte als erste Frau an der Universität Breslau „magna cum laude“ im Fach physikalische Chemie. 1901 heiratete sie nach langem Zögern den Sohn eines jüdischen Farbenhändlers, Fritz Haber.

Ihre Hoffnungen, sich auch als Ehefrau und Mutter weiter der Forschung widmen zu können, erfüllten sich nicht.

Fritz machte eine steile Karriere, sie musste die Rolle der repräsentierenden, umsorgenden und allenfalls zuarbeitenden Professorengattin übernehmen.

Genial und umstritten zugleich war der Chemiker Fritz Haber (1868 – 1934). Seine bahnbrechenden Arbeiten auf dem Gebiet der Thermodynamik führten zur Ammoniaksynthese und wurden 1918 mit dem Nobelpreis honoriert. Brennender Ehrgeiz und leidenschaftlicher Patriotismus manifestierten sich u. a. in seinem bedingungslosen Einsatz für den Gaskrieg und in der Entwicklung und Produktion von Gaskampfstoffen. Sie machten den deutschen Juden Fritz Haber zu einer der umstrittensten Persönlichkeiten des zwanzigsten Jahrhunderts.

Als Fritz Haber während des ersten Weltkrieges aktiv an der Gestaltung von Giftgaswaffen arbeitete und diese dann, trotz des  engagierten Protestes seiner Frau, selbst auf dem Feld bei Ypern (Frankreich) zum Einsatz brachte, starben mehrere tausend Soldaten auf grausamste Weise. Clara reagierte mit der ihr einzig überzeugend erscheinenden Art des Protestes, sie beging Selbstmord. Sie sah keinen Ausweg mehr, nicht Mittäterin zu sein und erschoss sich am 1. Mai 1915 mit seiner Dienstwaffe. 

Bildmotive: die kreuzbildende Form im Tafelbild nimmt bezug auf den Freitod der jungen Frau.

Bildzitate aus dem privaten Leben stehen im Gegensatz zu den Gaskriegmotiven auf den Taschentüchern. 

 

  Isabelle Eberhardt (1877 – 1904), Schriftstellerin und Reisende

 wurde 1877 bei Genf als jüngstes von 5 Kindern einer adeligen russischen Emigrantin geboren, die mit dem Hauslehrer der Familie, einem zum Anarchisten gewordenen orthodoxen Priester, durchgebrannt war. In geradezu exotisch unkonventionellen Umständen aufwachsend, weigerte sich Isabelle schon als Kind Mädchenkleider zu tragen. Mit zwölf Jahren lernt  das sprachbegabte Kind arabisch, mit vierzehn ist  sie fest entschlossen zum Islam überzutreten. Nordafrika ist das Ziel ihrer Sehnsucht.

 Nach langen Briefwechseln mit einem türkischen Schriftgelehrten und einem, wie sie für die arabische Kultur schwärmenden französischen Kolonialoffizier, tritt sie 20 jährig zum Islam über und reist mit der Mutter nach Algier. Sie nennt sich nun Si Mahmoud und reitet als Araber verkleidet durch Nordafrika, besucht die heiligen Stätten des Islams und lebt mit den Beduinen zusammen.

Sie streift  durch die Bars und Bordelle des Hafenviertels, ist in Beduinenzelten und Drogenhöhlen willkommen und schreibt ihre ersten Prosaskizzen und Kurzgeschichten. 1899 kehrt sie vorübergehend nach Paris zurück und macht sich mit den in der Sahara geschriebenen Texten in den literarischen Salons einen Namen; von den Honoraren kauft sie sich einen Araberhengst. Sieben Jahre reist sie durch Algerien, Tunesien und Marokko, wo sie mehrere Romane, Erzählungen und vor allem Reiseberichte verfasst.

1904 überrascht sie mitten in der Wüste ein Wolkenbruch, dessen Fluten sie mitsamt ihrer Lehmhütte im Alter von 26 Jahren in den Tod mitreist.

Bildmotive: der arabische Hengst, Wüstenmotive, Zitate aus ihren Romanen und Filmstreifen von 16mm Filmen über Reisen. 

  Lise Meitner  (1878 – 1968), Physikerin  

Sie wurde am 7. November 1878 in Wien als Tochter einer angesehenen jüdischen Familie geboren. Bereits in jungen Jahren entdeckte sie ihre Begeisterung für Physik. 1901 war sie die erste immatrikulierte Frau im Fachbereich Mathematik und Physik der Wiener Universität. Nach ihrer Dissertation  begann sie ihre Studien bei Max Planck in Berlin. Hier lernte sie auch ihren langjährigen Mitarbeiter und Chemiker Otto Hahn kennen, mit dem sie eine große Anzahl von wissenschaftlichen Abhandlungen veröffentlichte. Neben der Entdeckung des 91. Elementes, des  Protaciniums, war ihre größte Leistung die Durchführung und wissenschaftliche Erklärung der Kernspaltung, wofür nur Otto Hahn 1946 den Chemie Nobelpreis erhält.

Lise Meitner, als diejenige, die die mathematische Berechnung der Kernspaltung lieferte, wird nicht berücksichtigt.

Bildmotive:  Feuer und Asche, die Figur und ihr Schatten, der Begriff Triage (Ausschuss), auf der Seidengaze Motive aus dem Labor mit Hahn, Kernspaltung und Atompilz.

 

  Rosalind Franklin (1920 –1958) Molekularbiologin

 Rosalind Franklin wurde am 25. Juli 1920 in London geboren. Sie studierte in Cambridge physikalische Chemie und promovierte auf dem Gebiet der kolloidalen Eigenschaften von Kohle.

Später bildete sie sich zu einer Expertin für die Röntgenstrukturanalyse fort.

Ihr Interesse richtete sich zunehmend  auf biologische Moleküle.

Um die DNA, den Hauptbestandteil der Chromosomen und damit der Gene zu untersuchen, folgte sie der Einladung von John Randall an das King`s College in London.

1951 konnte sie die entscheidenden Strukturmerkmale für das DNA – Molekül bestimmen.

James Watson und Francis Crick, Forschungskollegen aus Cambridge, verschafften sich daraufhin ohne Rosalind Franklins Wissen Zugang zu Ihren wichtigen Röntgendaten.

Auf der Basis dieses Materials konnten sie ihr berühmtes Modell der Doppelhelix bauen.

Kurz darauf wechselte Rosalind Franklin an das Birkbeck College in London, wo sie sich mit dem Tabakmosaik - Virus befasste und auch hier hervorragende Ergebnisse vorweisen konnte.

1958 erkrankte sie an Krebs und starb kurze Zeit später.

Vier Jahre darauf, 1962, erhielten James Watson, Francis Crick und Maurice Wilkins den Medizin – Nobelpreis für die Entdeckung der DNA  – Struktur, ohne dass hierbei die wichtige Basisarbeit  von  Rosalind Franklin in irgendeiner Form gewürdigt wurde.

Bildmotive:

Auf der Seidengaze werden Bildmotive Alter Meister zitiert, zum Thema Adam und Eva, Schöpfung einerseits, Vertreibung aus dem Paradies andererseits. Die Buchstaben im Schlick geben den im Jahr 2000 entschlüsselten „Lebens-Code“ wieder, die Sequenzen des menschlichen Genoms, die vier Basen der DNA. Ein Stoff aus dem das Leben ist.

 Die unendlich vielen Eindrücke und gesammelten Informationen durch die Recherche im Rahmen dieses Kunstprojektes haben ihre Spuren in Form von Bildern und Skulpturen hinterlassen. Sie zeigen den Blick auf verschiedene Leben und Schicksale. Es ist einerseits ein Rückblick in die Geschichte, es vollzieht sich aber auch andererseits eine Auseinandersetzung mit der Gegenwart und der eigenen Rolle als Frau, Tochter und Mutter.  

  Familienfrauen

 In der Auseinandersetzung mit den eigenen Wurzeln, den Frauen der eigenen Familie entstand dieses Tafelbild innerhalb der Folge des Projektes Hypatias Töchter.

In den Farben Rot und Schwarz kombiniert mit Schlick aus dem Wattenmeer symbolisiert dieses Bild Urkräfte von Wachstum und Veränderung. Rot wie Feuer, Schwarz wie Asche aus der Neues erwächst, Wandlung geboren wird, Metamorphosen möglich sind. Wattenmeerschlick, der die Sedimente des Meeres birgt, der wie ein Urbrei Werden und Vergehen umhüllt. Ein Stoff, der den Faktor Zeit greifbar werden lässt?

In nordischer Runenschrift steht im Schlick: „Gegenwart ist Verlust und Gewinn.“  

  Wirfrauen  

Ich, du, wir, nichts ist und geschieht isoliert. Wir schauen aus unserem Körper auf unseren Körper, auf andere Körper, Menschen, Wesen, wie Blicke durch ein Fenster. Selbst das scheinbare Nichts umgibt uns und steht in ständiger Wechselwirkung mit uns. Wir sind eingebunden in Raum, Gemeinschaft und Geschichte, sind verwoben mit dem Gestern, Heute und Morgen.

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Bärbel Deharde Dükerweg 6, 26969 Butjadingen . Tel.: 04736 - 591 . E-Mail: watt-art@ewetel.net